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IGB unterwegs    04.12.2023

Abschlusskonferenz des Projekts „FORESIGHT“

Wie kann die Gesundheitskompetenz in vulnerablen Gruppen gefördert werden?

Das Projekt FORESIGHT ist mit einer Abschlusskonferenz im Konsul-Hackfeld-Haus zu Ende gegangen. Drei Jahre lang hatte sich das Projektteam unter der Leitung des Leibniz Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie in Bremen (BIPS) sowie vom Institut für Public Health und Pflegeforschung (IPP Bremen) mit der Frage beschäftigt, wie man die Gesundheitskompetenz in vulnerablen Gruppen fördern und steigern kann.

Dazu wurde ein umfassendes Modell in einer vulnerablen Gruppe der Langzeitarbeitslosen Personen entwickelt und in Zusammenarbeit mit der Gröpelinger Recycling Initiative (GRI) und dem Verein arbeitsmarktpolitischer Dienstleister in Bremen (VaDiB) in Bremer Beschäftigungsbetrieben erprobt.

Professor Benjamin Schüz von der Universität Bremen: "Mehr als jeder Zweite verfügt in Deutschland nicht über eine ausreichende Gesundheitskompetenz. Besonders davon betroffen sind Menschen aus sozialschwachen Verhältnissen, mit einem niedrigen Bildungsabschluss, mit chronischen Erkrankungen sowie mit einem Migrationshintergrund.“

Zu Beginn der Studie befragten die Wissenschaftler mit Hilfe eines Fragebogens 170 Männer und Frauen nach ihrem Wissensstand. Anschließend wurden unter der Leitung der Sozialpädagogin Claudia Steiner in mehreren Projektgruppen verschiedene Themen zum Bereich Gesundheit umgesetzt. So gab es unter anderem Workshops zur gesunden Ernährung. Die Expertinnen und Experten zeigten den Teilnehmern beispielsweise, wie einfache Gerichte zubereitet werden können, was alles auf den Verpackungen steht sowie wieviel Zucker die unterschiedlichen Lebensmittel enthalten. Auch einen Smoothie-Tag gab es, an dem die Teilnehmer die grünen Vitamin-Bomben herstellen konnten. Ebenso wurden die Themen „Fitness und Bewegung im Berufsalltag“ angesprochen. Steiner: „Das FORESIGHT Projekt war eine tolle Möglichkeit die verschiedensten Angebote auszuprobieren. Vieles werden wir weitermachen.“

Abschließend befragte das Studien-Projektteam noch einmal die Teilnehmer, um Aufschluss darüber zu bekommen, wie sich die Gesundheitskompetenz verändert hat.  

Dabei kristallisierte sich heraus, dass weiterhin ein Bedarf an einer Förderung der Gesundheitskompetenz besteht.
Projektkoordinator Dr. Tilman Brand: „Wir sehen durch unser Projekt zwar positive Tendenzen, jedoch wurde auch deutlich, dass eine Verankerung im Betrieb sich oft als schwierig gestaltet. Das Bild mag zwar ein bisschen ernüchternd sein, aber es ist selten, dass man ein Programm umsetzt und sagt ‚Hurra, alle Ziele sind erreicht‘.“

FORESIGHT Bremen ist Teil des Nationalen Aktionsplans Gesundheitskompetenz in Deutschland. Das Projekt wird gefördert vom Bundesministerium für Gesundheit.

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